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Der schmale Grat zwischen Kontrolle und Vertrauen

Gratwanderung FührungDer Schmale Grat zwischen Kontrolle und Vertrauen – es gibt keinen Grat. Die Herausforderung liegt nicht im Austarieren von Kontrolle und Vertrauen, sondern im Fehlen einer eintscheidenden Fähigkeit: Der virtuellen Kommunikation.

Milos Radovic und Beat Bühlmann von der Swisscom erklären in einem einstündigen Webinar. Wer eine Stunde Zeit hat kann es hier schauen. Wer nur 10 Minuten hat, liest weiter und erhält so die schriftliche Zusammenfassung – ergänzt in kursiver Schrift mit Hinweisen des A&O Psychologen.

Homeoffice führt zu einer dreifachen Überlastung:

  1. Datenüberlastung: Durchschnittliche Wissensarbeiter verschwenden 2.5h pro Tag für die Informationssuche
  2. Kommunikationsüberlastung: 80% der Arbeitszeit wird fürs Kommunizieren eingesetzt
  3. Kognitive Überlastung: Alle 3-5 Minuten wird die Arbeit unterbrochen

In 80% der Teamworkshops wird „DAS PROBLEM“ in mangelnder Kommunikation gesehen. Punkt 2 ist ein gutes Gegenargument. Es geht nicht um möglichst viel Kommunikation sondern um Relevanz.

Woran scheitert es oft, und was schafft Abhilfe?

  • Die Herausforderungen der virtuellen Zusammenarbeit werden unterschätzt.
    –> Individuelle Situation und Herausforderungen durchleuchten
    –> Führung: Fehlende Kenntnisse thematisieren, offene Lernkultur leben
    Bei der Führung geht es immer ums Gleiche: Halt und Orientierung geben. Die Art und Weise, wie man dies tut unterscheidet sich bei virtueller Führung fundamental! Dieser Unterschied, wird oft unterschätzt.
  • Schlechte Kommunikation: Ohne Struktur geht beim virtuellen Arbeiten nichts
    –> Wer macht Was bis Wann (3W-Fragen)
    –> Strukturiert kommunizieren
    –> Dringlichkeitslevel definieren
    –> Führung: Klare Prioritäten setzen
    Analoge Führung braucht ein Bisschen Struktur. Virtuelle braucht ein Bisschen viel!
  • Verwendung der falschen Kanäle: Die Kanalwahl entscheidet meist über die Effizienz virtueller Teams
    –> Definieren, welche Kanäle für welche Kommunikation und welche Dringlichkeitsstufen verwendet werden
    –> Führung: Kenntnislücken wahrnehmen, offen thematisieren, Teams bei Erstellung gemeinsamer Spielregeln unterstützen

Die Frage nach den Kanälen ist so wichtig, dass ihr ein eigener Artikel gewidmet ist.

Führen Sie den virtuellen Team-Führerausweis ein

Denn wie das lenken eines Autos, erfordert das Lenken eines virtuellen Teams Erfahrung, Regeln, Standards. Folgende vier Themen werden vorgeschlagen:

  1. Team Workshop

    für gemeinsame Erarbeitung von Team-Regeln
    für die Vermeidung des „nicht hier erfunden“ Syndroms
    für ein Gemeinsam statt „von oben“

  2. Regelwerk auf einer Seite

    konkrete Regeln definieren
    klar und kurz beschreiben
    Zahlen und Beispiele einarbeiten

  3. Teamkultur

    Verantwortung, dass die Kommunikationsregeln gelebt werden, liegt bei allen.
    Neue Teammitglieder werden sofort in Regelwerk eingeführt

  4. Management

    Management agiert als Vorbild und hält sich an die gleichen Regeln

Zum Schluss:

  • Keine BCC-Mails versenden. Sie sind ein Vertrauensbruch.
  • Vertrauen lässt sich auch virtuell aufbauen – es dauert einfach länger.

    Vor kurzem hat mir jemand erzählt, sie hätte sich gut an Videokonferenzen gewöhnt, einfach das erste Kennenlernen funktioniere für sie ausschliesslich physisch. Ich stutzte kurz und sagte: „Du weisst schon, dass wir uns noch nie physisch begegnet sind?“ Wir mussten beide lachen – wodurch unser Vertrauen noch stärker wurde.

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